MSCI World vs FTSE All-World
Nur Industrieländer oder die ganze Welt? Zwei populäre Index-Familien im Direktvergleich.
MSCI World
Vorteile
- Der Klassiker, extrem breit bekannt
- Sehr günstige ETFs verfügbar (ab 0,12 % TER)
- Hohe Liquidität und riesige Fondsvolumen
- Langjährige Track-Records verfügbar
Nachteile
- Keine Schwellenländer enthalten
- Hoher US-Anteil (ca. 70 %)
- Für globale Abdeckung braucht man einen zweiten ETF
- Konzentration auf Large Caps
Der MSCI World ist der bekannteste Aktienindex für Privatanleger. Mit rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern deckt er einen großen Teil der globalen Marktkapitalisierung ab, lässt aber Schwellenländer komplett außen vor.
FTSE All-World
Vorteile
- Echte globale Abdeckung mit einem einzigen ETF
- Schwellenländer automatisch enthalten
- Breitere Diversifikation über mehr Aktien
- Etwas geringerer US-Anteil
Nachteile
- Etwas höhere TER als günstigste MSCI-World-ETFs
- Weniger ETF-Auswahl in Deutschland
- Schwellenländer-Anteil relativ klein (ca. 10 %)
- Geringfügig anderer Indexschnitt als MSCI
Der FTSE All-World bildet mit rund 4.000 Aktien aus 49 Ländern praktisch den gesamten investierbaren Aktienmarkt ab. Eine echte Ein-ETF-Lösung für maximale Diversifikation.
Fazit
Wer eine simple Ein-ETF-Strategie will, nimmt den Vanguard FTSE All-World und ist fertig. Wer gezielt die Gewichtung von Schwellenländern steuern möchte, kombiniert einen MSCI World ETF mit einem separaten Emerging Markets ETF. Performancetechnisch lagen beide über die letzten Jahrzehnte extrem nah beieinander.
Häufige Fragen
Warum ist der US-Anteil in beiden Indizes so hoch?
Die USA machen etwa 60 bis 70 % der globalen Börsenkapitalisierung aus. Beide Indizes gewichten nach Marktkapitalisierung, daher dominieren US-Unternehmen wie Apple, Microsoft und Amazon.
Kann ich einen MSCI World ETF und einen FTSE Emerging Markets ETF kombinieren?
Technisch ja, aber es gibt leichte Überschneidungen bei der Länderzuordnung. MSCI und FTSE klassifizieren manche Länder unterschiedlich (z.B. Südkorea). Besser ist es, innerhalb einer Index-Familie zu bleiben.
Welcher ETF hat historisch besser performt?
Die Performance lag über die letzten 10 bis 15 Jahre sehr nah beieinander. Der MSCI World hatte durch den höheren US-Anteil zuletzt einen leichten Vorteil, da US-Tech-Aktien den Markt dominiert haben. Das kann sich aber jederzeit drehen.
Reicht ein einziger ETF auf den FTSE All-World wirklich aus?
Für die allermeisten Privatanleger, ja. Mit 4.000 Aktien aus 49 Ländern hat man eine Diversifikation, die vor 20 Jahren nur institutionellen Investoren zugänglich war. Mehr braucht man nicht.
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