Neobroker Vergleich 2026
Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+ und finanzen.net zero im Direktvergleich. Was sie können, was sie kosten, und für wen sie taugen.
Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2026
1. Was sind Neobroker?
Neobroker sind Online-Broker, die den Wertpapierhandel radikal vereinfacht haben. Keine Filiale, keine Papierformulare, kein Telefonservice. Dafür eine schlanke App, minimale Gebühren und ein Depot in 10 Minuten.
Das Geschäftsmodell dahinter: Neobroker verdienen an Rückvergütungen der Handelsplätze (Payment for Order Flow, kurz PFOF) und an Zinsen auf das Kundengeld. Deshalb können sie Trades für 0–1€ anbieten.
Seit der EU-Regulierung von PFOF Anfang 2026 haben sich die Modelle leicht verschoben, aber die Kosten für Kunden bleiben extrem niedrig.
2. Die vier Neobroker im Vergleich
Trade Republic
Der bekannteste Neobroker in Deutschland. Einfache App, Zinsen auf nicht-investiertes Guthaben (variabel, abhängig vom EZB-Leitzins). Nur ein Handelsplatz, dafür maximal simpel. Wer einfach einen Sparplan aufsetzen und laufen lassen will, ist hier richtig.
Scalable Capital
Zwei Modelle: Free (0,99€ pro Order) und Prime+ (4,99€/Monat, dann alles kostenlos). Wer häufiger handelt, spart mit der Flatrate. Zugang zu Xetra ist ein Pluspunkt gegenüber Trade Republic. Größte ETF-Auswahl unter den Neobrokern.
Smartbroker+
Der Kompromiss zwischen Neobroker und klassischem Depot. Über gettex komplett kostenlos handeln, bei Bedarf aber auch an jeder deutschen Börse ordern. Interessant für Anleger, die mehr Flexibilität wollen als Trade Republic bietet.
finanzen.net zero
Kostenlose Orders ab 500€ Ordervolumen, darunter 1€. Gehört zum finanzen.net-Universum und nutzt die Infrastruktur der Baader Bank. Solide Option, wenn du überwiegend größere Orders aufgibst.
Alle Broker mit Gebühren, Sortierung und Direktlinks im Broker-Vergleich.
3. Neobroker vs. Direktbank
Die klassische Alternative sind Direktbanken wie ING, Comdirect oder Consorsbank. Der größte Unterschied liegt bei den Kosten:
| Neobroker | Direktbank | |
|---|---|---|
| Depotführung | Kostenlos | Kostenlos (teils mit Bedingung) |
| Orderkosten | 0–1€ | 3,90–4,95€ + 0,25% |
| Sparpläne | Kostenlos | Kostenlos bis 1,5% |
| Handelsplätze | 1–2 | Alle deutschen Börsen |
| Extras | Keine | Girokonto, Telefon-Support |
Für reine Sparplan-Anleger sind Neobroker fast immer günstiger. Wer regelmäßig Einzelorders aufgibt, an verschiedenen Börsen handelt oder Wert auf persönlichen Support legt, fährt bei einer Direktbank besser.
4. Vorteile
- Minimale Kosten – Sparpläne kostenlos, Orders für 0–1€. Bei einem 200€-Sparplan spart das gegenüber einer Direktbank 3€ im Monat, also 36€ pro Jahr.
- Schnelle Depoteroöffnung – Per Video-Ident in 10–15 Minuten erledigt. Bei klassischen Banken kann das Tage dauern.
- Einfache Apps – Die Benutzerführung ist bewusst simpel gehalten. Sparplan einrichten, fertig. Kein Menü-Dschungel.
- Große ETF-Auswahl – 2.000+ ETFs als Sparplan, das deckt praktisch alles ab, was ein Privatanleger braucht.
5. Nachteile
- Wenige Handelsplätze – Meistens nur ein oder zwei Börsen. Bei exotischen Wertpapieren oder großen Orders kann der Spread höher ausfallen als an Xetra.
- Kein persönlicher Support – Alles läuft über Chat oder E-Mail. Wer am Telefon jemanden sprechen will, hat Pech.
- Eingeschränktes Produktangebot – Keine Anleihen-Einzelkäufe, keine Optionsscheine, kein außerbörslicher Handel bei den meisten Neobrokern.
- Verleitung zum Zocken – Niedrige Hürden machen es verlockend, ständig zu handeln. Das kostet langfristig Rendite, selbst wenn einzelne Trades billig sind.
6. Für wen geeignet?
Sparplan-Anleger
Wenn du monatlich in ETFs sparst und sonst nichts weiter brauchst, sind Neobroker die beste Wahl. Kostenlose Sparpläne, einfache Bedienung, kein unnötiger Ballast. Berechne deine Sparplan-Rendite mit dem Sparplanrechner.
Einsteiger
Weniger Optionen bedeutet weniger Verwirrung. Die Apps sind so gebaut, dass du innerhalb von Minuten deinen ersten ETF-Sparplan aufsetzen kannst. Mehr zum Einstieg im Ratgeber ETF-Sparplan für Anfänger.
Aktive Trader
Bedingt. Scalable Capital mit Prime+ Flatrate lohnt sich ab ca. 5 Trades pro Monat. Für ernsthaftes Trading mit vielen Handelsplätzen, Realtime-Kursen und erweiterten Ordertypen fehlen den Neobrokern aber die Werkzeuge.
Häufige Fragen
Sind Neobroker sicher?
Ja. Alle hier genannten Neobroker sind bei der BaFin registriert oder arbeiten mit einer lizenzierten Partnerbank. Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und gehören dir, auch wenn der Broker pleitegeht. Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist bis 100.000€ durch die Einlagensicherung geschützt.
Welcher Neobroker ist der beste?
Für die meisten Sparplan-Anleger: Trade Republic oder Scalable Capital Free. Beide bieten kostenlose Sparpläne und eine große ETF-Auswahl. Wer mehr Handelsplätze will, greift zu Smartbroker+.
Kann ich mein Depot später übertragen?
Ja, ein Depotübertrag ist kostenlos und gesetzlich geregelt. Dauert in der Praxis 1–3 Wochen. Du bist also nicht an einen Broker gebunden.
Brauche ich einen Freistellungsauftrag beim Neobroker?
Unbedingt. Ohne Freistellungsauftrag zahlst du ab dem ersten Euro Kapitalertrag Steuern. Bei allen Neobrokern findest du die Einstellung in der App unter Steuern oder Einstellungen.
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