Der Nennwert (auch Nominalwert oder Pariwert) ist der aufgedruckte Wert eines Wertpapiers. Bei Anleihen liegt er typischerweise bei 100€ oder 1.000€. Das ist der Betrag, den du am Ende der Laufzeit zurückbekommst.
Bei deutschen Aktien ist der Nennwert seit 1998 auf mindestens 1€ festgelegt. Früher stand er auf der Aktienurkunde gedruckt, zusammen mit hübschen Verzierungen und einem Firmenstempel. Heute ist er kaum mehr als ein Buchhaltungsposten.
Kurze Geschichte
Der Nennwert stammt aus einer Zeit, in der Wertpapiere physische Urkunden waren. Auf diesen Papieren stand ein Betrag, der Nominalwert, der den Anteil am Grundkapital oder die Schuldsumme des Emittenten repräsentierte. Banknoten funktionieren ähnlich: Auf einem 50-Euro-Schein steht „50“, das ist sein Nennwert, auch wenn das Papier selbst nur Cent kostet.
Bei Aktien hat der Nennwert in Deutschland mehrere Reformen durchgemacht. Vor 1998 lag der Mindestnennwert bei 50 DM pro Aktie. Das Aktiengesetz von 1998 senkte ihn auf 1€ und führte gleichzeitig die Stückaktie ein, eine Aktie ganz ohne aufgedruckten Nennwert. Seitdem unterscheidet man:
Nennwertaktie
Aktie mit festem Nennwert (mind. 1€). Der Nennwert mal Anzahl der Aktien ergibt das Grundkapital. Beispiel: Deutsche Telekom, Nennwert 2,56€.
Stückaktie
Kein fester Nennwert aufgedruckt. Jede Aktie repräsentiert einen gleichen Anteil am Grundkapital. SAP, Siemens und die meisten DAX-Konzerne nutzen dieses Modell.
Wichtig: Der Nennwert sagt nichts darüber aus, was ein Wertpapier tatsächlich wert ist. Er ist ein fester Referenzwert, der sich nicht verändert.
Vorab: Warum Geld überhaupt einen Wert hat und nicht durch Gold gedeckt ist, erklärt der Ratgeber Wie Geld funktioniert.