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Notgroschen: Wie viel Rücklage brauchst du?

Drei bis sechs Monatsgehälter, sagt jeder. Aber wie viel ist das konkret, wo parkst du das Geld, und wann darfst du es anfassen?

Zuletzt aktualisiert: 5. Februar 2026

1. Warum ein Notgroschen?

Waschmaschine kaputt. Auto braucht eine Reparatur. Job weg. Solche Dinge passieren, und sie kosten Geld. Ohne Rücklage musst du in genau dem Moment an deine Investments, wenn die Märkte vielleicht gerade 20% im Minus stehen.

Ein Notgroschen schützt dein Depot. Er sorgt dafür, dass du deine ETFs nie unter Druck verkaufen musst. Das allein ist sein Daseinszweck.

2. Wie viel brauchst du?

Die gängige Faustregel: 3–6 Netto-Monatsgehälter. Aber das ist nur ein Ausgangspunkt. Deine persönliche Situation bestimmt, wo in dieser Spanne du landest.

Situation Empfehlung
Angestellt, keine Kinder, gesunde Finanzen 3 Monatsgehälter
Angestellt mit Familie, Eigenheim 4–5 Monatsgehälter
Selbstständig oder Freelancer 6+ Monatsgehälter
Alleinverdiener mit Familie 6 Monatsgehälter

Konkretes Beispiel: Bei 2.500€ netto sind 3 Monatsgehälter 7.500€, sechs Monatsgehälter 15.000€. Berechne dein Netto mit dem Brutto-Netto-Rechner.

Manche sagen, du brauchst weniger, wenn du Arbeitslosengeld bekommst. Stimmt, aber ALG I kommt frühestens nach einigen Wochen, und in der Zwischenzeit laufen Miete und Fixkosten weiter.

3. Wo parken?

Der Notgroschen muss zwei Dinge können: sofort verfügbar sein und seinen Wert nicht verlieren. Das schränkt die Optionen ein.

Tagesgeldkonto

Empfohlen

Sofort verfügbar, bis 100.000€ durch Einlagensicherung geschützt, aktuell 2–3% Zinsen. Genau dafür gemacht. Aktuelle Zinsen im Tagesgeld-Vergleich.

Girokonto

Akzeptabel

Maximale Verfügbarkeit, aber null Zinsen. Funktioniert, ist aber verschenktes Geld. Besser ein separates Tagesgeldkonto eröffnen.

Geldmarkt-ETF

Bedingt geeignet

Höhere Rendite als viele Tagesgeldkonten, aber 1–2 Tage Verzögerung beim Verkauf. Für den Teil des Notgroschens, den du nicht sofort brauchst. Mehr dazu im Ratgeber Geldmarkt-ETFs.

Nicht geeignet: Festgeld (nicht verfügbar), Aktien/ETFs (schwanken zu stark), Kryptowährungen (zu volatil).

4. Notgroschen aufbauen

Du musst die volle Summe nicht auf einmal haben. Bau sie über Monate auf, mit einem festen monatlichen Betrag aufs Tagesgeldkonto. 200–500€ pro Monat, bis du dein Ziel erreichst.

Ein praktischer Weg: Richte einen Dauerauftrag ein, der am Gehaltstag automatisch überweist. Was weg ist, gibst du nicht aus.

Bei 300€ pro Monat hast du in zwei Jahren 7.200€ zusammen. Das reicht für viele Situationen. Berechne den Zinseffekt mit dem Zinseszinsrechner.

5. Wann darfst du ihn nutzen?

Nur für echte Notfälle. Das klingt offensichtlich, aber die Grenze ist in der Praxis unscharf.

  • Ja: Jobverlust, kaputtes Auto (wenn du es für die Arbeit brauchst), medizinische Kosten, dringende Reparatur am Haus
  • Nein: Neues Handy, Urlaub, „gute Gelegenheit“ an der Börse, Black Friday

Nach jeder Entnahme: sofort wieder auffüllen. Der Notgroschen ist kein Sparkonto für Konsumwünsche.

6. Erst Notgroschen, dann investieren

Die Reihenfolge ist wichtig. Erst den Notgroschen aufbauen, dann mit dem ETF-Sparplan starten. Nicht gleichzeitig, nicht umgekehrt.

Warum? Ohne Rücklage bist du bei jedem unerwarteten Ausgabenposten gezwungen, Fondsanteile zu verkaufen. Das ist teuer (Steuern, Spread) und zerstört den Zinseszinseffekt.

Sobald der Notgroschen steht, kann jeder weitere Euro in den ETF-Sparplan. Prüfe mit dem Inflationsrechner, wie viel Kaufkraft dein Notgroschen über die Jahre verliert, damit du die Höhe gelegentlich anpasst.

Häufige Fragen

Wie viel Notgroschen brauche ich?

3–6 Netto-Monatsgehälter, je nach Lebenssituation. Angestellte ohne große Verpflichtungen kommen mit 3 Monaten aus, Selbstständige und Familien sollten eher 6 anpeilen.

Wo soll ich den Notgroschen anlegen?

Auf einem Tagesgeldkonto. Sofort verfügbar, durch Einlagensicherung geschützt, und du bekommst zumindest etwas Zinsen. Nicht in Aktien, ETFs oder Festgeld.

Soll ich erst den Notgroschen aufbauen oder gleichzeitig investieren?

Erst den Notgroschen. Ohne finanzielle Rücklage riskierst du, deine Investments zum schlechtesten Zeitpunkt verkaufen zu müssen.

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Alle Inhalte dienen ausschließlich zu Informationszwecken — keine Anlageberatung.

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