Robo-Advisor vs. selber machen: Was lohnt sich?
Scalable Capital, Quirion, Growney: Robo-Advisors versprechen automatisierte Geldanlage. Was sie kosten, was sie bringen und wann ein eigener ETF-Sparplan besser ist.
Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2026
1. Was ist ein Robo-Advisor?
Ein Robo-Advisor fragt dich nach Risikobereitschaft, Anlagehorizont und Zielen. Daraus baut er ein Portfolio aus ETFs, investiert dein Geld automatisch und macht Rebalancing. Du musst dich um nichts kümmern.
Die bekanntesten Robo-Advisors in Deutschland:
- Scalable Capital (Wealth) – Marktführer, ab 10.000€
- Quirion – Von der Quirin Privatbank, ab 1.000€
- Growney – Unabhängig, ab 500€
- Raisin Invest (ehem. WeltSparen Invest) – Ab 500€
Im Kern machen sie alle dasselbe: ETFs kaufen, gewichten, rebalancen. Die Unterschiede liegen in der Portfoliozusammensetzung, den Kosten und dem Service drumherum.
2. Was kostet das?
Robo-Advisors berechnen eine jährliche Servicegebühr auf dein verwaltetes Vermögen. Dazu kommen die ETF-Kosten (TER), die auch beim Selber-Machen anfallen.
| Anbieter | Servicegebühr | + ETF-Kosten | Gesamt ca. |
|---|---|---|---|
| Scalable Wealth | 0,75% | ~0,15% | ~0,90% |
| Quirion | 0,48% | ~0,18% | ~0,66% |
| Growney | 0,38–0,68% | ~0,17% | ~0,55–0,85% |
| DIY (1 ETF) | 0,00% | ~0,20% | ~0,20% |
Bei 50.000€ Depotvolumen zahlst du beim Robo ca. 250–450€ pro Jahr nur an Gebühren. Beim eigenen ETF-Sparplan ca. 100€. Über 20 Jahre summiert sich das auf tausende Euro Unterschied.
Mehr dazu im Ratgeber Was kostet ein ETF-Sparplan wirklich?
3. Robo vs. DIY im Vergleich
| Kriterium | Robo-Advisor | DIY (eigener ETF) |
|---|---|---|
| Aufwand | Minimal, alles automatisch | Sparplan einrichten, ca. 1x/Jahr schauen |
| Kosten | 0,5–0,9% pro Jahr | 0,15–0,25% pro Jahr |
| Rebalancing | Automatisch | Selbst (oder entfällt bei 1 ETF) |
| Steueroptimierung | Teilweise automatisch | Selbst (FSA einrichten, ggf. Anlage KAP) |
| Wissen nötig | Wenig | Grundlagen (2–3 Stunden lesen) |
| Rendite | Marktrendite minus Gebühren | Marktrendite minus niedrigere Gebühren |
4. Wann lohnt sich ein Robo?
Ehrlich gesagt, nur in wenigen Fällen. Die Hauptzielgruppe sind Menschen, die sich null mit Finanzen beschäftigen wollen und dafür bereit sind zu zahlen. Wenn die Alternative ist, das Geld auf dem Girokonto liegen zu lassen, dann ja, ein Robo ist besser als gar nicht investieren.
Außerdem sinnvoll: Wenn du jemanden in der Familie hast, der von Finanzen nichts versteht und du ihm nicht dauerhaft den Broker erklären willst. Einmal einen Robo einrichten, Dauerauftrag, fertig.
5. Wann lieber selber machen?
Sobald du diesen Ratgeber gelesen hast. Im Ernst: Ein eigener ETF-Sparplan braucht vielleicht 30 Minuten zum Einrichten und danach praktisch keine Wartung. Einen einzelnen Welt-ETF besparen ist nicht komplizierter als einen Dauerauftrag einzurichten.
Die Kostenersparnis über die Jahre ist erheblich. Bei 100.000€ Depotvolumen und 0,6% Kostendifferenz sind das 600€ pro Jahr. Über 20 Jahre, mit Zinseszins auf die gesparten Gebühren, leicht fünfstellig.
Vergleiche Neobroker für kostenlose Sparpläne. Du brauchst kein Finanzstudium für einen Welt-ETF.
6. Unterm Strich
Robo-Advisors lösen ein Problem, das für die meisten Leser dieser Seite gar nicht existiert. Wenn du bereit bist, dich 30 Minuten mit dem Thema zu beschäftigen, sparst du dir 0,5–0,7% Gebühren pro Jahr. Dauerhaft.
Der 1-ETF-Ansatz ist einfacher als jeder Robo-Advisor, günstiger, und du hast die volle Kontrolle. Die einzige Entscheidung: welcher Welt-ETF. Danach Sparplan einrichten und vergessen.
Häufige Fragen
Sind Robo-Advisors besser als selbst investieren?
Nein, sie investieren in dieselben ETFs, nur teurer. Der Vorteil liegt in der Automatisierung und Bequemlichkeit, nicht in der Rendite.
Was kostet ein Robo-Advisor?
Typisch 0,3–0,75% Servicegebühr pro Jahr, plus ETF-Kosten. Insgesamt ca. 0,5–0,9% pro Jahr auf dein gesamtes Anlagevolumen.
Kann ich vom Robo-Advisor zum eigenen Depot wechseln?
Ja. Du kannst die ETFs per Depotübertrag kostenlos zu einem anderen Broker verschieben. Allerdings werden die Robo-ETFs oft verkauft und das Geld überwiesen, statt die Anteile direkt zu übertragen.
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